Vita persönlich

VITA PERSÖNLICH

Das Leben bisher.
Was ich über 8 Stunden jeden Tag mache, sollte schon mit mir zu tun haben !
(frei nach Karl Marx)

Geboren werde ich 1953 in eine 10 köpfige Pfarrersfamilie als „Anführer der unteren 4-er Gruppe“ auf dem Schwarzwald.
Berufswunsch meines Vaters für mich: Pfarrer.

Dem kann ich jedoch nicht entsprechen, obwohl ich durch meine Internatszeit im evangelisch-theologischen Seminar in Maulbronn/Blaubeuren für solch eine Laufbahn prädestiniert bin, musikalisch dazu noch ausgebildet auf Klavier und Cello.
Doch meinen Platz im Stift in Tübingen will ich nicht antreten, flüchte erst einmal als „Zivi“ in die Psychiatrie nach Bethel bei Bielefeld.

Das Leben wird bunter und politischer. Ich gerate in die Ausläufer der Studentenbewegung, in Agitation und Hausbesetzung. Folgerichtig schließt sich das Studium der Soziologie an, das ich 1978 mit dem Diplom abschließe.
Theorielastigkeit und die Parole „Solidarität mit der Arbeiterklasse“ formen das neue Berufsziel: Schreiner!
3 Wochen vor der Gesellenprüfung gerate ich mit der rechten Hand in die Kreissäge und verliere 2 Finger der rechten Hand.
Der Verlust wiegt schwer, und mittlerweile 29-jährig bastle ich in der Regenerationszeit an einer neuen Zukunft.

Das Arbeitsamt schlägt eine Umschulung zum Berufschullehrer vor, aber ich will Schauspieler werden und besuche eine private Schauspielschule in Berlin.
Obwohl zarte Bande mit dem Film entstehen, rät mir Otto Sander (ich war für das Projekt „the games“ von Meridith Monk Edelstatist an der Schaubühne), den Weg durch die Provinz zu nehmen, um ein „richtiger“ Schauspieler zu werden.

Es folgen 14 Jahre im festen Engagement- Stationen sind Hildesheim, Kaiserslautern und Saarbrücken.
In Kaiserslautern trifft  dann Lebensalter und mühsam erworbene Fähigkeiten im Schauspielerberuf
auf die „großen ersehnten  Rollen“: Hamlet, Tasso.. ein sehr junger Faust und dann in Saarbrücken eine „Hochzeit“ mit Rollen wie Mackie Messer, Zettel, Cyrano und natürlich (als großes Glück)  dem Mephisto in Faust I und II.

Auch privat eine „Reifezeit“: Heirat mit meiner Frau Andrea Wolf, soll heißen Familiengründung samt 2 Kindern.

1998 verlege ich mit meiner Familie den Lebensmittelpunkt nach Frankfurt:
mit 45 Jahren will ich das Risiko „frei“ zu arbeiten nehmen (das heißt manches mal auch arbeitslos zu sein).
Ich arbeite in Freilichttheatern, als Gast in Osnabrück, Koblenz und am Schauspiel Frankfurt. Es erweitert sich das Repertoire auch in Richtung „Schauspiel mit Musik“ mit Rollen wie dem Higgins, dem Don Quichote oder dem Obolski in Feuerwerk, der dem Georges in La Cage aux folles.

Die Zeiten sind unsicher und unruhig und die Notwendigkeit andere Standbeine zu schaffen wird dringlich.

Bereits seit Anfang der 90er Jahre habe ich immer wieder für den Film gedreht : es waren Tatorte dabei,
Serien wie „die Kommissarin“ „Fall für zwei“ „Rosenheim Cops“ „Stephanie“ und viele andere eher kleinere Rollen.
Im Sommer 2006 folgt dann eine Telenovela (Das Geheimnis meines Vaters) im Hauptcast 
und von 2006 bis 2019 war ich fester Teil der Tatorttruppe des Saarbruecker Tatorts als Chef der Spurensicherung.
2019 wird Horst Jordan dann nach 13 Jahren Ermittlungsarbeit in Rente geschickt.
Kinoprojekte wie „Das Labyrinth des Schweigens“ und „Die Reste meines Lebens“ zeigen neue Wege in Sachen Film.

Parallel entstehen eigene Programme- teils solistisch, teils mit Partnern. Mit meinem Bruder, Michael Volle, Bariton bspw. der Brahms/Tieck Cyclus „Die schöne Magelone“- mit meiner Frau Andrea Wolf „belebte Rezitationen“ wie „Alte Liebe“ von Elke Heidenreich und andere abendfüllende Duos. 

Ich spreche für den Rundfunk, Features für Reiseveranstalter, Satirisches in Kurzhörspielen,  und lese u.a.  in Buchhandlungen deutsche Textstellen für fremdsprachige Autoren.

Im Frühling 2009 entwickelt sich ein Arbeitskontakt mit der deutschen Stiftung Organtransplantation(DSO)- Im Rahmen von Fortbildungen bin ich Trainingspartner für die Koordinatoren der DSO sowohl in der Rolle verschiedener Typen von „Ärzten“ als auch verschiedener „Angehöriger“!  Diese Arbeit macht Sinn! Auch hier führt der Weg weiter: ich arbeite regelmäßig als Coach für Aussendienstmitarbeiter im Pharmabereich.

Eine Nacht mit „leichtem Sinn“ verändert das Lebens unseres Sohnes Max radikal und unseres mit:
Nach einem Sturz aus 6m Höhe, Ostern 2012,  ist er querschnittsgelähmt und die schweren Kopfverletzungen machen den Weg in ein selbstständiges Leben zum Hindernislauf.

Unsere Tochter Nina erhält ihre Schauspielausbildung in Leipzig- will unbedingt Schauspielerin werden- ich habe sie auf die Sonnen- und Schattenseiten dieses wunderbaren Berufes aufmerksam gemacht. Ich habe vorsichtigen Optimismus und wünsche ihr alles Glück!

Das „Frei- Sein“ ist manchmal furchtbar anstrengend, beunruhigt mich als Schwabe mitunter schwer-
ist jedoch noch immer aufregend, überraschend , hält wachsam und jung-
jedoch: so manches Mal fühle ich mich aber gar nicht  so „frei“-

                         Trotzdem: Augen auf und weiter!!!!!!!